Eintrag #1
Ich dachte, dass ich mich nie wieder aufraffen würde. Dass deine Abwesenheit, dein Fehlen auch in mir fehlt. Mit dir, meine Ayu, ist mehr als die Hälfte meiner selbst gestorben. Meine Tage sind Nächte und meine Nächte sind dunkel und grausam.
Aber vor kurzem habe ich einen Entschluss gefasst. Ich saß am Fenster und blickte in die Ferne, wie wir es oft gemeinsam taten. Bei Kaminfeuer, dem Duft von Holz, das seit Generationen eine Heimat bietet. Gerade als ich mich abwenden wollte, sah ich einen Vogel. Feuerrot schien er und er stürmte von Ast zu Ast. Erst später sah ich, dass ihm ein schwarzer Rabe folgte. Doch der kleine Vogel gab nicht auf, entfloh immer wieder aufs Neue seinem Henker und weigerte sich keck, sein Schicksal zu akzeptieren. Und das tue ich auch. Ich akzeptiere nicht, dass du nicht mehr bei mir bist. Ich akzeptiere nicht, dass du gegangen bist. Ich akzeptiere nicht, dass diese Welt es uns unmöglich macht, miteinander zu existieren. Eine Welt, die das versucht, macht sich mich zum Feind.