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Die Sigurdssage

Über

Eine alte nordische Sage, die Cian O’Malley aus seiner Kindheit kannte. Erzählt die Geschichte von Siegfried und Brunhilde: Siegfried befreit Brunhilde aus ihrem Feuergefängnis auf Burg Isenstein, schwört ihr Treue, bricht den Eid später für eine andere Frau und stirbt dafür. Brunhilde folgt ihm in den Feuertod, und beide werden im Jenseits vereint.

Bedeutung für O’Malley

Laut Eintaege O’Malley brachte eine Erinnerung an dieses Buch aus seiner Kindheit O’Malley auf die Spur eines Rituals, mit dem er Ayunemoka zurückholen will. Über den gemeinsamen gewollten Feuertod von Siegfried und Brunhilde will er das Prinzip umkehren.

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Eintaege O’Malley

Eintrag #1

Ich dachte, dass ich mich nie wieder aufraffen würde. Dass deine Abwesenheit, dein Fehlen auch in mir fehlt. Mit dir, meine Ayu, ist mehr als die Hälfte meiner selbst gestorben. Meine Tage sind Nächte und meine Nächte sind dunkel und grausam.

Aber vor kurzem habe ich einen Entschluss gefasst. Ich saß am Fenster und blickte in die Ferne, wie wir es oft gemeinsam taten. Bei Kaminfeuer, dem Duft von Holz, das seit Generationen eine Heimat bietet. Gerade als ich mich abwenden wollte, sah ich einen Vogel. Feuerrot schien er und er stürmte von Ast zu Ast. Erst später sah ich, dass ihm ein schwarzer Rabe folgte. Doch der kleine Vogel gab nicht auf, entfloh immer wieder aufs Neue seinem Henker und weigerte sich keck, sein Schicksal zu akzeptieren. Und das tue ich auch. Ich akzeptiere nicht, dass du nicht mehr bei mir bist. Ich akzeptiere nicht, dass du gegangen bist. Ich akzeptiere nicht, dass diese Welt es uns unmöglich macht, miteinander zu existieren. Eine Welt, die das versucht, macht sich mich zum Feind.

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Logbuch O’Malley

Eintrag 1 ─ O’Malley Senior (ohne Datum)

Die Tinte wirkt frisch, der Stil zurückhaltend wissenschaftlich, aber persönlich.

Ich habe heute wieder bemerkt, wie das Wasser mit ihr spricht. Ich kann es nicht anders nennen. Wir gingen am See spazieren, und als ich sie kurz allein ließ, stand sie mit geschlossenen Augen da ─ ganz still, als lausche sie einer Stimme unter der Wasseroberfläche. Sie lachte, als ich sie darauf ansprach. „Meine Familie hat immer die Tiefe gehört“, sagte sie, als wäre das eine nette Marotte.

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